Geschichte eines Skatspiels




Skat, eine weiterentwickelte Version des klassisch bayrischen Kartenspiels Schafkopf,
ist seit vielen Jahrzehnten eines der bekanntesten und beliebtesten Spiele weltweit.
Doch woher kommt dieser Klassiker überhaupt? Und wodurch zeichnet er sich aus, dass so viele Menschen dieses Spiel lieben?

Seinen Anfang nahm Skat zwischen 1810 und 1817 im beschaulichen, thüringischen Altenburg und gleich zu Beginn hatte der Klassiker prominenten Zuspruch, denn der berühmte Verleger Arnold Brockhaus, Heraus- und Namensgeber der allseits bekannten Lexika, gilt als einer der „Erfinder“ des Spiels.
Vorerst hauptsächlich in Universitäten gespielt, verbreitete sich Skat schnell in jeder sozialen Schicht Deutschlands. Dies führte jedoch zu vielen verschiedenen Varianten und Besonderheiten in den unterschiedlichen Regionen, was in den Folgejahren in einigen Konflikten münden sollte.
Um den Verfall in einzelne Unterspiele zu verhindern wurde 1886 ein Skatkongress einberufen, der die beachtliche Teilnehmerzahl von etwa 1000 Menschen zu verzeichnen hatte.

Die „Allgemeine Deutsche Skatordnung“, die die Spielweise in zwei unterschiedlichen Formen, dem Farben- und dem Zahlenreizen erlaubte, war die Folge.
Etwa ein Duzend Jahre später kam es zur Gründung des Deutschen Skatverbandes. Und auch in den USA war das Kartenspiel längst angekommen, die Nordamerikanische Skatliga war das Gegenstück zum deutschen Verband aus Übersee.
Noch immer gab es aber ein Problem: Das Reizen. Der umstrittenste Teil des Spiels war weiterhin nicht eindeutig definiert, erst ganze 40 Jahre nach Beginn der Debatten wurde eine Lösung gefunden oder sich vielmehr auf eine Methode geeinigt. Es war 1927 und ’28 als nach 18jähriger Pause zwei richtungsweisende weitere Skatkongresse einberufen wurden. Die damals beschlossenen Regeländerungen, abgesehen natürlich von einigen Details, bilden noch heute die Grundlage des Skats. Das Zahlenreizen hatte sich durchgesetzt und wurde zur offiziellen und einzigen Spielmethode bestimmt, festgehalten in der „Neuen Deutschen Skatordnung“.
Und noch ein weiterer wichtiger Beschluss resultierte aus diesen Kongressen, die Einsetzung eines deutsches Skatgerichts, das noch heute ein Entscheidungsgremium für Streitfragen in der Regelauslegung darstellt.
Man sollte meinen, damit sei die lange Geschichte des Kartenspiels abgeschlossen, doch weit gefehlt, auch in den folgenden Jahren gab es Konfliktpotential.
So gab es in Zeiten der Trennung zwischen DDR und BRD vor allem Probleme ein einheitliches Blatt für das Spiel zu finden, dieses war nach der Wiedervereinigung jedoch bald beigelegt.
Eine deutlich größere Diskussion wurde mit der Einführung der „International Skat Players Association“ (ISPA) hervorgerufen. Diese legte einige Regeln anders aus, als es der Deutsche Skatverband tat. Infolgedessen kam es 1978 zu einem Verbot Mitglied in beiden Verbänden zu sein. Erst 20 Jahre später konnten sich die beiden Verbände auf eine „Internationale Skatordnung“ einigen. Im Jahr 2001 war die bürokratische Entwicklung mit dem Umfunktionieren des Deutschen Skatgerichts zum Internationalen Skatgericht abgeschlossen. Damit ist Altenburg, die die Geschäftsstelle des Deutschen Skatverbands beheimatet, noch heute historischer Stammsitz des Skatspiels.

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